Der Schachunterricht die 1.Runde

Jeder, der Schach gelernt hat und Spaß am Spiel hat weiß, wie wichtig Schach im weiteren Leben, in der Schule und im Beruf ist. In einigen Ländern oder Schulen, ist Schach im Unterricht sogar Pflicht. Nach meinen Erfahrungen sollte man im Vorschulalter mit dem Schach anfangen. Jedoch ist es in keinem Alter zu spät, mit dem Lernen zu beginnen. Die wenigsten trauen sich zu Anderen eigenes Wissen zu vermitteln.

Sprichwort: In der Ruhe, liegt die Kraft.

Hier ein paar Vorschläge für Schachfreunde, die noch nie unterrichtet haben.

  1. Sie haben Zeit, und Sie müssen sich Zeit nehmen; Ihr Eigenes geballtes "Schach-Wissen", dosiert an Ihre Schüler zu übermitteln. Oftmals habe ich beobachtet, dass sehr gute Schachspieler versuchten, das eigene Wissen, in kürzester Zeit, an die Schüler zu vermitteln. Im Endeffekt gab der Lehrer oder die Lernenden auf. Oft sind die Lehrenden, die eigenen Eltern, die bei einem verlorenen Spiel die eigenen Kinder ungerecht behandeln. In den gleichen Fällen fingen die eigenen Kinder gut zu spielen an, und gewannen Wettkampfpartien bei Abwesenheit der Eltern. Anhand dieser Beispiele ist es wichtig, mit Sorgfalt heranzugehen.
  2. Bereiten Sie Ihren eigenen Lehrplan längerfristig vor.
  3. Zum Beispiel:

    • 1-3 Stunden Vorstellung Schachbrett und Figuren, Gangart der Figuren und Wertigkeit der einzelnen Figuren
    • 4-8 Stunden Schlagen der einzelnen Figuren
    • 9-11 Stunden Mattsetzen mit "Schwer-Figuren"
    • 11-20 Stunden/Eröffnungen z.B. Italienisch

  4. Lob hat eine motivierende Wirkung auf Ihre Schüler
  5. Beim aller ersten gemeinsamen Spiel ist die Zielsetzung zu beachten
  6. Der Schüler soll ein Gefühl für die Figuren und des Schachbrett erhalten; das Schlagen der einzelnen Figuren und Matt setzen. Wichtig! - Berührt, geführt und außer Kraft setzen! - Das sind die Regeln, konsequent immer wieder erwähnt, somit unvergesslich.
  7. Erinnern sie sich noch, wie sie beim ersten Spiel gespielt haben?
  8. Setzen Sie die eigenen Spielfiguren so, dass der Schüler sie schlagen kann. Zum Beispiel: Wenn der Schüler erst lieber einen Bauer als die Dame schlagen will, soll er es erklären, warum er das gemacht hat. Falls erforderlich, danach den Zug rückgängig machen und die Dame schlagen lassen. Vergessen Sie dabei nicht die eigene Erklärung. Schlagen Sie so, dass Ihr Schüler die "Schwer-Figuren" behält. Helfen Sie ihrem Schüler dabei, dass er sie Schach Matt setzt. Vermitteln Sie eine nicht auf Zwang beruhende Atmosphäre, dass erste Spiel soll ganz locker sein; und loben Sie Ihren Schüler. Vergessen Sie bei allem Loben aber nicht, Kritik mit einer fundierten Begründung.
  9. Wichtig! - Bei jedem weiteren Spiel müssen Sie den Grad der Schwierigkeit erhöhen.
  10. Machen Sie Ihren Schülern Mut Fragen zu stellen. Nehmen sie jede Frage ernst, und weisen Sie andere Teilnehmer zurecht, wenn Sie darüber lachen. Machen Sie das nicht und nehmen Sie den Fragenden nicht im Schutz, kann es passieren, dass es die letzte Frage war. Passiert dies öfter, mit anderen Schülern, haben Sie bald weniger Schüler. Seien Sie ehrlich zum Schüler, wenn Sie eine Frage nicht beantworten können. Sagen Sie ganz einfach, Sie müssen sich erst selbst kundig machen; oder verweisen Sie immer auf den nächsten Schachverein (nächste Stunde oder Buch, machen Sie es zur Hausaufgabe). Dort wird Ihnen stets gerne geholfen. Lassen Sie bei der Analyse des Spiels, immer vom Schüler erklären, warum er diesen Zug gemacht hat, und weisen Sie ihn behutsam auf andere Möglichkeiten hin. Mit ständigen Beschimpfungen oder sogar mit anschreien erreicht man gar nichts.

Ich kann immer wieder darauf hinweisen, dass Sie fachliche Unterstützung bei jedem Schachverein in Mecklenburg – Vorpommern, Deutschland oder anderswo erhalten.

Roberto Bösler