Gedanken zum Schach von Weltmeistern

Es stimmt, dass sich die Frau im Schach bislang nicht mit dem Mann messen kann. Aber wenn man die rein schöpferische Seite betrachte, denn sie ist als Kriterium der Meisterschaft, der Spielklasse (nicht Spielstärke!) vielleicht das Wichtigste in der Beurteilung eines Schachspielers, so stehen Frauen schon nicht mehr so weit hinter den Männer zurück. Manche strategischen Ideen, kombinatorischen Einfälle und taktischen Angriffe der Schachspielerinnen zeichnen sich durch große Tiefe und Klarheit aus.

Gute Schachspieler werden nicht geboren, sie werden groß.

Weltmeisterinnen über das Schachspiel

Vera Menschtschik
wurde die schwierige Aufgabe zuteil, zu beweisen, dass eine Frau im Schach sowie auf anderen Gebieten von Kunst und Wissenschaft hervorragende Ergebnisse erreichen. Boris Turow

Jelisaweta Bykowa
Natürlich ist es nicht leicht, den Titel der Weltmeisterin zu verlieren. Aber wenn man weiß, dass der Titel in sicheren Händen übergegangen ist, wird der Schmerz schon gelindert. Die besten Wünsche für Nona Gaprindaschwili – sie wird die ruhmreiche Traditionen der ersten Weltmeisterinnen fortsetzen.

Nona Gaprindaschwili
Ich bin stolz darauf, dass ich den Prozess der schöpferischen Emanzipation der Frau im Schach aktiv gefördert und dazu beigetragen habe, die psychologische Barriere gegenüber dem Männerschach zu überwinden.

Maja Tschiburdanidse mit 17 Jahre Weltmeisterin
Ich werde in Zukunft viel spielen. Der Weltmeister soll ein spielender Champion sein. Ich träume davon, ein guter Arzt zu werden.

Weltmeister über das Schachspiel

Steinitz
Schach ist nichts für Leute mit schwachem Geist. Schach ist schwierig, es verlangt Arbeit und mich können nur ernste Überlegung und eifrige Untersuchung befriedigen, nur erbarmungslose Kritik führt zum Ziel.

Lasker
Viele Untersuchungen im Schach berühren Probleme, die noch nicht völlig gelöst sind: im Ergebnis dieser Analyse wird oft die Schlussfolgerung gemacht: "Es kann sein". Das Leben ist ungewiss – Schach zum Glück auch, denn Spiele bei denen 2 mal 2 gleich 4 ist sind uninteressant.

Capablanca
Die Mehrzahl der Schachspieler verliert nicht gern und zählt den Verlust als eine Schande. Das ist eine falsche Meinung. Wer sich vervollkommnen will muss seine Verluste studieren wie eine Lektion und von ihnen lernen – um ihnen in Zukunft zu entgehen. Schachspieler müssen auch entschlossener sein in ihren Meinungen. Wenn sie denken dass ihr Zug gut ist dann sollte sie ihn ausführen. Die Erfahrungen ist ein guter Lehrer ohne jedes Schwanken muss man das machen was man für gut hält.

Aljechin
Für mich ist Schach kein Spiel, sondern eine Kunst. Ja, ich zähle Schach zu den Künsten und nehme auf mich alle Pflichten, die sie ihren Anhänger auferlegt.

Euwe
Im Schach darf man sich nicht ausschließlich auf allgemeine unumstößlichen Wahrheiten stützen und darin besteht die hauptsächliche Schwierigkeit. Schach lernend, ist nötig, eigene Erfahrung zu bekommen. Das Studium von Schachlehrbüchern legt nur den Weg an, auf dem man lernen muss, selbständig zu denken, um persönlich Schwierigkeiten jeder Art überwinden zu können.

Botwinnik
Wir schätzen hoch die Möglichkeiten, die uns geboten werden von der Regierung und natürlich auch von unserer kommunistischen Partei. Wir erkennen ihre Verantwortlichkeit und deshalb wurde Schach in der Geschichte noch nie so ernst genommen, noch nie wurde mit solcher Energie gespielt, wie jetzt die sowjetischen Meister. Für uns ist das Schach - eigenes schöpferisches Leben.

Smyslow
Ich glaube, dass in unseren Tagen der Schachkünstler zu einer umfassenden Schachanschauung streben muss, zum ununterbrochenen Suchen von Wegen, die Schach vorwärts bringen, zur Befreiung von Elementen des Dogmatismus, die der sowjetischen Schule fremd sind.

Tal
Schach spiegelt das Wesen des Menschen wider, seine Besonderheiten. Ich denke, dass eine Maschine nie die individuellen Charakterzüge und den Kampf der Ideen widerspiegeln kann. Um Erfolg im Schach zu haben, muss man es sehr lieben und Talent besitzen.

Petrosjan
Unbegreifliches Ideal Schach spielen ohne Fehler. Gerade dieses Streben, fehlerfrei zu spielen, fesselt mich vor allem an dieses Spiel. Jeder Schachspieler der mit seinem Gegner spielt, kämpft in dieser Zeit auch mit sich selbst. Jede Partie oder jedes Match ist gleichzeitig ein innerer Kampf. Ich verlor manche entscheidende Partie, vor allem, weil mich nicht selbst besiegen konnte.

Spasski
Mich fesselt am Schach das Unerforschte, der unerschöpfliche Reichtum der Möglichkeiten, der Prozess der Ideenfindung, der das schachliche Denken begleitet. Es ist schwer, das Schach durch eine Tatsache zu kennzeichnen, denn Schach enthält gleichzeitig vieles.

Fischer
Am Schach fesseln mich vor allem die Möglichkeiten, zu reisen, Geld zu verdienen und die Schachatmosphäre. Schach ist zweifellos eine Kunst, aber darüber habe ich noch nicht nachgedacht.

Karpow
Für mich ist Schach vor allem Kampf. Deshalb sind sportliche Grundsätze der Hauptgesichtspunkt. Den Gegner unbedingt zu besiegen, dieses Ziel strebe ich in jeder Partie an. Manchmal wird mir Trockenheit, Zweckmäßigkeit zum Vorwurf gemacht. Ja, ich bin Praktiker und meine Spielweise ist in vielen auf Technik begründet. Aber ich spiele nie mit jemand auf Remis. Weder mit Weiß noch mit Schwarz. Ich gebe mir Mühe, niemanden meine Gefühle zu zeigen, weder bei Misserfolgen noch die Freude über Siege. Für den Schachspieler, wie für jeden Menschen, ist es sehr wichtig, sich selbst zu beherrschen, Emotionen zu unterdrücken, keine Enttäuschung zu zeigen. Das ist wichtig auch für Endresultat im Turnier, nicht nur bei einer Partie.